Natürlich war es nur eine Frage der Zeit, wann die Gewinner des German Reggae Band Contests 2010, die Augsburger Instant Vibes, wieder auf sich aufmerksam machen würden. Nach ihrer gerade erst 2010 veröffentlichten EP „Movement“ kommen die 9 Newcomer nun schon nach erstaunlich kurzer Zeit mit einer neuen Scheibe an: „Welcome To Bavarilon“.
Tracklist
01. Chune
02. Bavarilon
03. Destiny
04. Rainbow Nation
05. Bavarilon Dub (Mixed by Umberto Echo)
Zugegeben, der Titel der EP klingt erst einmal etwas verwirrend – what the f… ist „Bavarilon“? Ganz einfach: ein Wortspiel aus „Bayern“ und „Babylon“. Und da spätestens diese beiden Wörter jedem Reggae-Head ein Begriff sind, ergibt sich der Hintergrund dieses trotzigen Neologismus (dt. „Neuwortschöpfung“) von selbst.
Aber genug der Klugscheißerei und ab die Platte:
Der Opener „Chune“ rootst solide vor sich hin, ist schön vielseitig und bewegt sich instrumental auf hohem Niveau. Besonders gut gelungen sind die abwechslungsreichen und teils gut durchdachten Lyrics auf Englisch und Patois. Der Style stimmt und die Mixes – ich nenne sie gerne „Bamm-Bamm-Teile“ – treiben das Teil genau dahin, wo es hinsoll: ins Ohr. Bei den mehrstimmigen Doppelungen klappt es allerdings mit dem Einsatz nicht immer so hundertprozentig.
Aus dem zweiten Tune „Bavarilon“ ergibt sich dann auch die o.g. Erklärung des EP-Titels. Auch hier lässt sich am Groove nichts aussetzen. Cooler Refrain und richtig gelungener Ragga-Style in der zweiten Strophe! Man merkt, dass dieser Song aus tiefstem Herzen entstanden ist, weshalb er auch mein klarer Favorit der EP ist.
„Destiny“ zeigt, dass Instant Vibes auch dubben können – um im nächsten Moment akzentuiert Vollgas zu geben und dann urplötzlich wieder runter zu kommen. Musikalisch eindrucksvoll, textlich und gesanglich aber doch eher gewöhnlich.
Bei „Rainbow Nation“ musste ich sofort an (Martin) Jondos „Rainbow Warrior“ denken. Das war’s dann aber auch schon mit der Ähnlichkeit. Auch hier lässt sich wieder musikalisch nichts bemängeln. Obwohl der Gesang melodisch absolut stimmig ist und die Styles wieder dick daherkommen, wirken die Doppelungen auch hier nicht an jeder Stelle ganz durchdacht.
Der „Bavarilon Dub“ groovt zum Abschluss noch mal sehr gediegen vor sich hin und man staunt, wie schnell er vorbei ist – hätte ruhig länger sein können.
Fazit
Insgesamt lässt sich sagen, dass „Welcome To Bavarilon“ eine gelungene zweite Produktion der noch jungen Band ist, die Lust auf mehr macht. Zu den herausstechenden Eigenschaften der Instant Vibes gehören musikalische sowie stilistische Vielfalt und eine ungezwungene Atmosphäre. Natürlich hört man schon eine gewisse Jungspundhaftigkeit heraus, etwa wenn die Gesänge etwas trocken oder leicht verschoben daherkommen. Das sind aber nur kleinere Details, die man beim Betrachten und Hören des Gesamtwerks schnell aus den Augen und Ohren verliert. Fest steht: die Jungs und Mädels haben genau das richtige Feeling, um sich in nicht allzu ferner Zukunft als feste Szenegröße zu etablieren.
Mehr Info







