Review: Ephraim Juda – Coming Home

Ephraim Juda macht schon seit längerer Zeit Musik. Bisher war er nur für Kenner auf diversen Riddim Selections zu finden. Doch nun legt er mit „Coming Home“ sein Debütalbum vor, das eine Mischung aus Modern Roots Tunes und klassischen Songwriter Songs beinhaltet. Das Album verspricht demnach genug Abwechslung. Bevor es das Album zu kaufen gab, durfte es durch die Growkammer von Ganjaman zur klanglichen Veredelung. Als Gäste sind sein Freund Boti aus Ungarn, Reedoo von Culcha Candela, Sara Lugo und Jahcoustix vertreten. Veröffentlicht wurde „Coming Home“ auf dem neu gegründeten Berliner Label Urban Tree Music.

Tracklist

01. Music feat. Boti
02. Coming Home
03. Heat Is On
04. Dawn
05. Woman Of Mine feat. Boti
06. Feelin’ One
07. Revolution Time feat. Reedoo
08. Youths Of Today
09. Father A Come
10. Reflection
11. Too Fast feat. Sara Lugo
12. It’s Over Now feat. Jahcoustix & Boti

Die Pop Songs bewegen sich ausschließlich in akustischen Klanggefilden ohne nutzlose Schnörkel und überdimensionierte Gimmicks, sondern bedienen sich dessen, was gute Musik immer haben sollte: Groove. „Music is the way we feel“ macht sich gleich zu Beginn des Albums bemerkbar. Im Akustik-Song „Music“ drücken Ephraim Juda und Boti ihr Verhältnis zur Musik aus. Fortan gibt es Modern Roots oder guten akustischen Songwriter Sound auf die Ohren. Das Titelstück des Albums „Coming Home“, das vorab schon als Split-Single erschienen ist, beweist, dass Ephraim Juda smooth über Riddims reiten kann und dies sichtlich genießt.
Soziale Kälte überall, kleine Kinder werden von der Hure Babylon ausgesaugt. Ephraim Juda ergreift Gegenmaßnahmen. Er dreht die Hitzeregler hoch: „Heat Is On“. Babylon wird in auf diesem schönen Modern Roots Riddim passend zur Grillsaison ordentlich gebraten. Die Akustikversion von „Dawn“ befand sich schon auf der Split-Single „Coming Home“. Auf dem Album darf man jetzt der Bandversion lauschen. Wir hüpfen wieder in die Sparte der akustischen Töne. Ephraim Juda und Boti besingen gemeinsam eine wundervolle Frau. Besser kann man ein Liebeslied nicht gestalten. Der Tune „Feeling“ ist im Vergleich zu den anderen Songs etwas eintönig, bringt aber die Message gut rüber. In „Revolution“ feuert Ephraim Juda zusammen mit Reedoo, der hauptberuflich in der zur Teenie Band mutierten „Ich lasse jeden Song auf –A enden“ Gruppe Culcha Candela seine Liedchen trällert, eine fette Conscious-Salve ab. Boom! Etwas ruhiger wird es im Song „Youth Of Today“. Ein klassischer langsamer Roots Riddim mit sehr schönen Bläsern führt die ersten 45 Sekunden in den Song ein, bevor Ephraim Juda seine Stimme beben lässt. Der Song erinnert insbesondere mit dem Background Gesang stilistisch an Sebastian Sturm. Der Tune „Father A Come“ ist ein weiterer Big Tune auf Ephraim Judas Album. Weiche Bläsersätze stolzieren über einen tighten Roots Reggae Riddim und Ephraim Juda kündigt den „Judgement Day“ an. Nebenbei wird noch ein bisschen mit dem Feuer gespielt. Das akustische Prunkstück „Reflection“ fließt wie leichter Wellengang in der Südsee dahin. Mehr werde ich über diesen Song nicht verraten. In „Too Fast“ treten Sara Lugo und Ephraim Juda für „Entschleunigung“ ein. Ihre beiden Stimmen harmonieren gut miteinander und machen das Hören dieses Songs zum Genuss. „It’s Over Now“ markiert das Ende des Albums. Der Münchner Jahcoustix gesellt sich neben Ephraim Juda und Boti dazu und die drei werfen den Hörer sanft aus dem Album hinaus.

Fazit

Ephraim Judas Debütalbum „Coming Home“ macht Spaß. Lyrische Finesse treffen ausgewogene Riddims und sehr gut umgesetzte akustische Gitarrenarrangements. Besonders die Mischung von akustischem Songwriter Songs und Reggae gestalten das Album noch eine Spur abwechslungsreicher als es sowieso schon ist. Von Langeweile keine Spur. Uneingeschränkte Kaufempfehlung!

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