Review: I-Fire – Bigger Better Hotter

Seit dem 23. April 2010 gibs es den zweiten Streich der Hamburger Reggaeband I-Fire mit dem Titel “Bigger Better Hotter” in den Läden. Der Albumtitel verspricht eine Steigerung zu ihrem Debütalbum “Vom Schatten ins Licht“, das 2007 das Licht der Welt erblickte. “Bigger Better Hotter” wurde komplett in Eigenregie im eigenen I-Fire Empire Studio aufgenommen. Das Album kommt im schicken Digipack daher und beinhaltet darüber hinaus noch ein zwanzigseitiges Booklet, was in Zeiten der eingebrochenen CD Verkäufe keine Selbstverständlichkeit mehr ist.

Tracklist

01. Erste Wahl
02. Bigger Better Hotter
03. Rudeboykings
04. Zu viel Von zu viel
05. 100%
06. Wir werden nicht verstummen
07. Fantastisch
08. Champions
09. Gib Gas
10. Brennt ihn ab
11. Schau dir die Welt an
12. Spassverderber
13. No War
14. Gangsta
15. Conqueror
16. Smooth Smooth
17. Na und

I-Fire bezeichnen ihren Sound etwas altbacken als „Mitmachreggae“. Aber genau diese Selbstbeschreibung trifft es. Wer I-Fire schon live auf der Bühne erleben durfte, konnte sich von ihrer massiven Livepower, die unglaublich mitreißend auf das teilweise genrefremde Publikum wirkt, überzeugen. Doch wie sieht das mit dem Sound auf dem zweiten Longplayer aus? I-Fire gelingt es auf “Bigger Better Hotter” perfekt, ihren brachialen Livesound zu verewigen. Es lassen sich die bekannten Facetten des I-Fire Sound ausmachen: von klassischen Rootsreggae über Dancehall bis Hiphop findet sich etwas auf “Bigger Better Hotter“. Da sich vor allem die deutsche Reggaeszene in den letzten eher in Richtung Party entwickelte und Rootssegment sich gesundschrumpft, findet sich auf “Bigger Better Hotter” ein großer Anteil an Party Tunes. Die rootsigen Töne kommen jedoch keinesfalls zu kurz: Man zieht ins Feld gegen Babylon und auf ihr Besitz ausgelegtes System, gegen Wannabe-Gangster und gegen den bösen Spielverderber. So präsentieren I-Fire eher eine gesunde Mischung aus Party und Nachdenklichem. Manche Party Tunes wie “Fantastisch” weisen jedoch an manchen Stellen einige textliche Schwächen bezüglich des Reimschemas auf, die aber durchaus zu verzeihen sind. Neben dem abwechslungsreichen Gesang, der durch die sehr unterschiedlichen Stimmen der drei I-Fire Sänger bedingt ist, kommen auch die Rap Parts flowtechnisch einwandfrei über die Riddims geritten. Zu den Highlights des Albums gehören unter anderem die Songs “Zu viel von zu viel“, “Schau dir die Welt an” und “Rudeboykings“.

Fazit

I-Fire sind tatsächlich “Bigger Better Hotter” als auf ihrem Debütalbum “Vom Schatten ins Licht“, wenn man von ein paar wenigen textlichen Schwächen der Party Tunes absieht. Gerade durch ihren abwechslungsreichen Sound, den sie seit ihrem Debütalbum weiter entwickelt haben, ist für jede Stimmungslage und Geschmack etwas dabei. Insgesamt macht “Bigger Better Hotter” einen ausgezeichneten Eindruck und wird den Sommer dieses Jahr ein paar Monate vorziehen.

Bigger Better Hotter” ist bereits am 23. April bei I-Fire Empire/Rough Trade erschienen.

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