Interview mit Ephraim Juda zu “Coming Home”

Oleejah.de (Oleejah): Hi, stell dich doch mal kurz den Lesern von Oleejah.de vor.

Ephraim Juda (Ephraim Juda): Greets, ich bin Ephraim Juda. Ich veröffentliche im Mai/Juni mein Debütalbum „Coming Home“ auf Urban Tree Music und hoffe euch bei diesem Interview ‘nen kleinen Einblick geben zu können wer ich bin und was ich so mache. Danke für die Anfrage übrigens!

Oleejah: Wie bist du auf den Namen „Ephraim Juda“ gekommen? Hat er eine bestimmte Bedeutung? Wenn ja, welche? Wie steht dein Künstlername mit deiner Musik in Verbindung?

Ephraim Juda: „Juda“ hat mich ein guter Freund aus St.Lucia genannt, der mich bei meinen ersten Gehversuchen vorm Mikrofon im Studio angeleitet hat und mich darin bestärkte meinen musikalischen Weg zu verfolgen. Zusammen mit dem Namen „Ephraim“, auf den ich etwas später gestoßen bin – er bedeutet so viel wie „helfen, befreien“ – empfand ich es als sehr ausdrucksstark für das, was ich in der Zeit erlebt habe. Musik war und ist für mich Ventil und Vehikel für meine Emotionen und konfrontiert mich mit Problemen, wenn ich versuche meine Erfahrungen und Erlebnisse in Worte zu fassen. Es hilft mir, das Erlebte zu verstehen und zu erkennen welche Dinge wirklich wichtig sind. Ja, und das wirkt dann oft sehr befreiend (grinst). Außerdem mag ich einfach den Zusammenklang der beiden Worte, auch wenn jetzt schon so viele Aussprachen meines Namens kursieren (lacht).

Oleejah: Im Mai/Juni diesen Jahres veröffentlichst du über das Berliner Label Urban Tree Music dein Debüt Album „Coming Home“. Was genau wird uns auf „Coming Home“ erwarten?

Epraim Juda: Jede Menge! Ich bin sehr glücklich und froh, dass sich so viele für meine Songs begeistern konnten und sich alle beim Einspielen und Erarbeiten des Albums so tierisch ins Zeug gelegt haben. Es ist ein sehr abwechslungsreiches Album geworden, denke ich. Schlussendlich ist es einfach ein Stück Musik geworden, wo, unabhängig davon das Reggae der Heimathafen ist, es erst einmal um den Song geht, die Aussage, das Gefühl.

Oleejah: Was hat es mit dem Albumtitel „Coming Home“ auf sich? Welche Intention steckt hinter dem Albumtitel?

Ephraim Juda: Ich weiß nicht ob es einer Intention gleichkommt. Aber ich wollte einfach mal ein Statement machen, dass Zuhause nicht immer gleichbedeutend mit den vier Wänden sein muss. Klar komme ich von Konzertreisen auch gerne in mein eigenes Zuhause zurück, schlaf am besten in meinem eigenen Bett und hab dort viele Dinge die mir vertraut sind, doch am Ende des Tages geht es doch darum seine Freunde und Familie zu treffen, sich wohl zu fühlen mit den Menschen mit denen man sich umgibt, das macht für mich ein Gefühl von Zuhause sein aus. So sollte das auch auf einem Konzert sein, dass ist jedenfalls mein Anspruch beim Livemusik machen, zusammen mit dem Publikum eine gute Zeit zu haben. Auf der „Making Friends“ Acoustic Tour gab es viele kleine magische Momente, wofür es sich zu touren lohnt und ich das Gefühl hatte Zuhause bei Freunden zu sein. Das war sehr, sehr schön.

Oleejah: Wie darf man sich die Entstehungsphase von „Coming Home“ vorstellen? Wer war außer dir noch daran beteiligt?

Ephraim Juda: Am Album habe ich vor zwei Jahren angefangen zu arbeiten. Die ersten Aufnahmen habe ich zusammen mit meiner ehemaligen Band 40Fiyah gemacht, mit Ganjaman und Josi „Big Finga“ als Aufnahmeleitung im damaligen Studio von Feueralarm. Viele Dinge haben danach ihre Zeit gebraucht, denn ich wollte z.B. unbedingt mit meinem Freund Boti aus Ungarn arbeiten, was für ihn aber bedeutete zwischen Budapest und Berlin zu pendeln, oder es musste einfach Zeit gefunden werden, um die Features mit Jahcoustix und Mr.Reedoo aufzunehmen -die beide mit ihren Projekten viel unterwegs sind – denn wir alle wollten die nötige Ruhe haben, um gute Songs entstehen zu lassen. Davon abgesehen ist es auch gut Songs mal einen Monat liegen zu lassen, um zu sehen ob sie einen danach immer noch kicken (grinst). In den zwei Jahren sind darüber hinaus gute Kontakte und Freundschaften entstanden, so ist es auch zur Zusammenarbeit mit Marco Baresi und der Far East Band gekommen, die das Instrumental zur Single „Coming Home“ beigesteuert haben. Nicht zuletzt bin ich Steve (Ganjaman) unglaublich dankbar für seine unzählbaren Stunden vor dem Mischpult und seinen Belief. Es haben aber noch viel, viel mehr gute Freunde und Musiker an diesem Album Anteil, das würde den Rahmen dieses Interviews aber sicherlich sprengen…

Oleejah: Die „Making Friends“ Acoustic Tour ist ja schon angelaufen. Wird es 2010 auch eine Album Release Tour mit Band geben? Sieht man dich dieses Jahr auch auf einem der größeren Festivals?

Ephraim Juda: Ich bin gerade zurück vom letzten Konzert der Tour und nach den vielen positiven Resonanzen war schnell klar, dass wir das im Oktober, mit sicherlich noch mehr Dates, wiederholen werden. Dann neben Peter an der Percussion, Micky am Gesang und Boti am Gesang sowie der Gitarre auf alle Fälle noch mit einem Bassisten. Und wer weiß, vielleicht sogar noch mit einem Keyboarder. Das kann man dann schon als Release Tour durchgehen lassen, denke ich (lacht). Ansonsten werde ich auch auf dem einen oder anderen Festival sein und nebenher Clubgigs spielen. Am besten informiert man sich einfach über meine Myspace (www.myspace.com/ephraimjuda), da gibt es immer die aktuellen Termine, Videoblogs und kleine Reviews zu sehen.

Oleejah: „Coming Home“ ist die erste Veröffentlichung auf dem jungen Label Urban Tree Music, du bist bisher der einzige Musiker im Programm des Labels, und sonst habe ich nur sehr wenige Informationen über dieses Label gefunden. Erzähl mal etwas über Urban Tree Music.

Ephraim Juda: Die Idee ein Label zu gründen ist letztes Jahr im Spätsommer entstanden. Zusammen mit Jens Neumann von Reggae-Town.de, der bei mir in Berlin zu Besuch war, haben wir eine ganze Nacht lang angefangen Konzepte und Ideen auszutauschen, Musik, die abseits vom großen Medienhype geschieht, stärker in den Fokus zu rücken. Dabei ging es erst einmal gar nicht um mein Album, sondern die Chancen, wie man Reggae aber auch andere großartige Musik von unbekannten Künstlern so fördern kann, dass es mehr Menschen mitkriegen und sich von der Musik angesprochen fühlen. Als es dann an die Planung zur Veröffentlichung meines Albums ging, war das einfach der naheliegendste Schritt mit mir anzufangen und Erfahrungen zu sammeln, was es heißt Öffentlichkeitsarbeit zu betreiben und sich als Label zu positionieren. Man muss schon verrückt sein heute noch ein Label zu gründen, aber wir haben unglaublichen Spaß an der Arbeit und wollen sehen was wir mit unseren Ideen bewegen können. Darüber hinaus kenne ich so viele gute Freunde und Musiker, wo ich mir manchmal verwundert die Augen reibe, warum ich deren Songs eigentlich nicht täglich im Radio höre und wir stattdessen immer noch mit Madonna gequält werden. Das wäre so ein Wunsch für die Zukunft, solche Musik unterstützen zu können.

Oleejah: Wie bist du zum Reggae gekommen? Gab es ein „Schlüsselerlebnis“?

Ephraim Juda: Ein „Schlüsselerlebnis“ gab es in dem Sinne nicht, aber es gab viele kleine Begebenheiten die mich neugierig gemacht haben. Angefangen, dass mir mein bester Freund zu Schulzeiten eine Marley Platte geschenkt hat und mich überredete, obwohl es mir anfänglich nicht so gefallen hat, das Ganze mal genauer anzuhören. Nach zwei Wochen war ich dann wie elektrisiert von der Schönheit dieser Musik und wollte auch unbedingt wissen, was der Inhalt der Texte ist. Darüber kam dann auch das Interesse an Patois bzw. Englisch. Meine erste Reggae Platte, die ich mir selber gekauft hab, war dann auch ein Glücksgriff, denn mit „Dub Syndicate Live at The Town&Country Club“ – unter anderem mit Adrian Sherwood an den Reglern – hatte ich dann auch gleich eine Vorstellung, wie so was live klingen kann. Und Livedub war schon abgefahren für meinen damaligen Musikhorizont, mit den ganzen Vokalfetzen, Echos, Delays und Effekten. Das war quasi der Startschuss für alles was danach kam.

Oleejah: Welche Musik beeinflusst dich neben Reggae am stärksten?

Ephraim Juda: Ich höre neben Reggae viel Singer/ Songwriter, Soul, aber auch Hip-Hop und Worldmusic… eigentlich ist das Genre egal. Es muss mich einfach berühren. Ich lege sehr viel Wert auf Texte, Amos Lee ist bei mir da in den Charts gerade ganz oben. Es ist einfach schön, wenn man sich in Lyrics wiederfinden kann und manchmal auch perplex, an was man sich durch Songs erinnert und wie viel mehr Musik vergangene Gefühle wieder aufleben lassen kann.

Oleejah: Was möchtest du den Lesern von Oleejah.de noch mit auf den Weg geben?

Ephraim Juda: Ich würde mich freuen euch auf einem der nächsten Konzerte zu sehen, surft doch mal auf meiner Myspace Seite vorbei, hört euch das Albumsnippet an, oder schaut in den Videoblog rein. Wer mich schon kennt oder Lust hat nach dem Hören und Lesen etwas mehr Hintergrundinformationen zu bekommen, kann sich auf der Myspace Seite auch Adressen für den Newsletter besorgen oder sich für das Streetteam eintragen, für das es immer auch ein paar Specials und Überraschungen gibt.

Ich bedanke mich für das Interview, mein spezieller Dank geht an Olli.

Lasst es euch gut gehen!

Oleejah: Vielen Dank für das Interview. Schaut euch auch die anderen Beiträge zum Special Feature Vol. 2 mit Ephraim Juda an.

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