Interview mit Jonny M

Demnächst erscheint die neue EP “Harte Töne” von Jonny M im Internet zum kostenlosen Download. Jonny M steht vor der geplanten Veröffentlichung seiner neuen Scheibe Oleejah.de Rede und Antwort. Viel Spaß beim Lesen!

Oleejah.de (Oleejah): Hi Jonny. Danke für das Interview. Stell dich doch erstmal den Lesern von Oleejah.de vor!

Jonny M (Jonny M): Ich habe zu danken, Oleejah. Hallo liebe Leser. Ich bin Jonny M, ein junger Reggaesänger aus Bergisch Gladbach bei Köln. Man findet mich über Reggae-Town oder Myspace, wo ich mich gerne aufhalte und mit jedem gerne offen Erfahrungen austausche und plaudere.

Oleejah:  Was hat dich dazu bewegt, Reggae zu machen? Gab es ein Schlüsselerlebnis?

Jonny M: Hm, also ich habe schon als Kind gerne gesungen, unser Musiklehrer war sogar so fasziniert von meiner Stimme, dass er mich in der laufenden Stunde ins schuleigene Tonstudio schickte und ich vor den Augen meiner Mitschüler „Es führt über den Main“ zum Besten gab. Dann machte ich eine Zeit lang nur zuhause für mich selber Musik mit der Akustikgitarre. Damals waren meine Lebensumstände nicht so gut und es waren eher nachdenkliche, traurige und depressive Lieder. Aber als ich dann auf eine neue Schule kam, ging alles rasend schnell. Meine Lebensumstände wurden viel besser, ich lernte deutschen Reggae kennen und lieben und damit war es keine Frage, dass ich von nun an auch kontinuierlich dieser Richtung folgte. Der Vibe und die Botschaften fesselten mich und nach viel Arbeit und Zeit gelangte ich an den Punkt, an dem ich jetzt bin.

Oleejah: Wie bist du zu deinem Künstlernamen Jonny M gekommen?

Jonny M: Ich hatte mir schon vorher einige Namen gegeben, die aber alle irgendwann den Reiz verloren. Da habe ich gemerkt, dass es wichtig ist, sich auf Dauer mit seinem Künstlernamen identifizieren zu können. Jonny ist schon länger mein Spitzname, mit dem ich auch zufrieden bin. Ich habe überlegt, dass ein fiktiver zweiter Name niemals die Identifikation erreichen kann, wie mein richtiger Name, und so nahm ich einfach den Anfangsbuchstaben meines Nachnamens; ein M. Genau deswegen besteh ich auch immer auf den Punkt am Ende, es ist nicht irgendein M, sondern eine Abkürzung (lacht). Ach ja, bitte keine Fragen über Songs von Jan Delay in dem Zusammenhang, bitte (grinst).

Oleejah: Welche Musiker und Bands haben dich bisher am stärksten beeinflusst?

Jonny M: Uff, das ist eine schwierige Frage, weil meine Spannbreite sehr weit ist. Meine Eltern prägten meine jungen Musikerfahrungen mit viel Rock aus den 70ern und 80ern, wofür ich übrigens dankbar bin. Also die komplette Flower-Power-Bewegung habe ich aufgesaugt. Also Beatles, Creedence Clearwater Revival, Joe Cocker etc. In der Schulzeit kamen Nirvana, Blumentopf und Bob Marley hinzu. Seit der Wende zum Reggaehead beeinflussten mich Raggabund, Mono & Nikitaman, Dopewalka, Goldi und Manu Ranking sehr. Eek-A-Mouse und Yellowman seien hier auch genannt. Ab und zu höre ich aber auch sehr gerne Exoten wie Mike Oldfield oder Daft Punk.

Oleejah: Nach deinem Debütalbum „Europareggae“, das du komplett in Eigenregie aufgenommen und abgemischt hast, erscheint nun deine EP „Harte Töne“. Inwiefern unterscheidet sich deine EP von deinem Debütalbum?

Jonny M: Nun, ich bewerte die EP als einen gewaltigen qualitativen Sprung nach vorne, weil ich mir gezwungenermaßen selber das Abmischen beibringen musste. Den Tune mit
Natty Warrior hat noch Selecta Tunefish abgemischt, danach hatte er anscheinend keine Zeit mehr. Da ich aber mittlerweile die Qualität eines Tunes schätzen gelernt hatte, blieb mir nichts anderes übrig, als selber ein Mindestmaß an Fähigkeiten dafür zu entwickeln.

Oleejah: Warum hast du den Titel „Harte Töne“ gewählt?

Jonny M: Nun, ich hatte die beiden Collabos der EP schon aufgenommen und veröffentlicht und der dritte Song war gerade in Mache. Da fiel mir auf, das die Songs sowohl in der Rhythmik, als auch in den anklagenden Lyrics irgendwie härter waren als mein Album. Da habe ich beschlossen, einfach konzeptmäßig das alles in Einklang zu bringen und brachte einfach noch 2 weitere Songs in eine ähnliche Form.

Oleejah: Was sind deine Pläne nach dem Release von „Harte Töne“?

Jonny M: Ich muss sagen, als Ausflug waren die etwas „härteren Töne“ sehr lehrreich, doch ich möchte wieder zurück, „back to the roots“. Ich plane bereits ein neues Album, das sich stilistisch wieder Europareggae nähert. Mir fiel auf, dass einige geplante Lieder schon ziemlich partymäßig geworden sind, aber ich werde auf jeden Fall den hauptsächlichen Augenmerk wieder auf Roots-Reggae legen.

Oleejah: Man hatte bisher nur sehr wenige bis gar keine Gelegenheiten dich live auf der Bühne zu sehen. Darf man hoffen, dich in Zukunft häufiger Live zu sehen?

Jonny M: Ich hoffe doch. Nein, also ich werde sicherlich in Zukunft das ein oder andere Mal noch Auftreten, ich bin aber leider (noch) nicht so die Rampensau. Ich habe was gegen dieses „in den Vordergrund drängen“, dieses „ich, ich, ich, hier schaut mich an“. Wenn die Leute mich hören wollen, dann mache ich das gerne, aber ich will mich keinem aufdrängen.
Auch wenn das sicherlich manchmal nötig wäre, wenn man mit seiner Kunst in Zukunft einen Teil seines Brotes verdienen möchte, wie ich.

Oleejah: Du singst auch in einer Indie Rockband. Erzähl mal kurz etwas darüber.

Jonny M: Ja, meine Reggaeprojekte musste ich bisher großteils alleine oder über das Internet machen.
Ich wollte aber auch sehr gerne hier in der Umgebung was aufziehen, zusammen mit anderen musizieren. Da hier nicht die größte Reggaeszene existiert, ging das eben viel besser in einer Rockband – diese Musikrichtung ist einfach noch etwas populärer. Mir macht das aber nichts aus. Ich denke, es ist immer gut, auch aufgeschlossen anderen Musikrichtungen gegenüber zu sein. Ich bin Sänger der Band, wir haben noch keinen Namen und bisher auch nur einige Demoaufnahmen, aber ich sehe bei uns Potenzial, muss ich sagen.

Oleejah: Was möchtest du den Lesern von Oleejah.de noch mit auf den Weg geben?

Jonny M: Ich appelliere an euch, mal über euren Tellerrand hinauszuschauen, nicht nur in eurer kleinen Szene zu bleiben sondern euch zu vereinen! Musikgeschmack, Religion, sexuelle Ausrichtung oder Herkunft sind kein Hindernis und erst recht kein Grund, gewalttätig zu werden! Und vor allem, redet nicht nur, werdet tätig! Wehrt euch gegen die Politik, den Kapitalismus und alles, was uns unterdrückt! Kommt raus aus eurer Bude und kämpft friedlich für unser aller Freiheit! Vielen Dank für das Interview, Oleejah, und Gruß an alle Menschen da draußen die es noch nicht verlernt haben, selber zu denken! Eine Liebe, Friede!

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