
Erfrischend mit traditionellen Dub, viel Bass und einer gelungenen Prise Dubstep kommt das Album “Let There Be Dub” von Aldubb aus Berlin daher. Produziert wurde es in den Berliner Planet Earth Studios. Als Gäste sind Ras Perez, Jah Seal, Caster, Kaya T, Nuwella Love und Al Capone JJ dabei. “Let There Be Dub” kann man als eine Art “Best of” verstehen. Einige Songs wurden bereits auf Vinyl oder digital veröffentlicht.
Tracklist
01. Let There Be Dub feat. Ras Perez
02. Big Time
03. On A Mission
04. Dark Matters
05. Ride De Riddim RMX feat. Jah Seal
06. Mother Earth feat. Kaya T
07. So Many Tears feat. Nuwella Love
08. Levada
09. History
10. One With Life feat. Caster
11. Prophecy feat. Jah Seal
12. Roll With You Dubfeat. Jah Seal
13. Tommy feat. Ras Perez
14. Oxymorons feat. Ras Perez
15. Spiritual Warrior feat. Jah Seal
16. Four Under The Floor
17. Free Sensimilla Now feat. Al Capone JJ
“Let There Be Dub“. Und es ward Dub. Unsere musikalische Reise in die Höhen und Tiefen des Dub beginnt mir einer Schöpfungsgeschichte. Ras Perez gibt dazu allerhand Erläuterungen. “Big Time” führt uns in die Welt des traditionellen Dub und der Bass tanzt in allen Facetten zusammen mit den Echos im Ohr umher. In “On A Mission” geht es zwar immer noch sehr traditionell zu, doch mit “Dark Matters” beginnt die elektronische Seite des Dub mit seinen für Dubstep typischen blubbernden Bass uns das Trommelfell zu massieren. Jah Seal gibt sich auf “Run The Riddim RMX” die Ehre. Ein wobbeliger Bass fusioniert zu verzerrten Drums und dezent gesetzten Bläsern und Keys. Mit “Mother Earth” und der genialen Stimme von Kaya T gibt es wieder einen schönen Roots Dub auf die Ohren, der sich für unsere Mutter Erde stark macht und erläutert, wieso sie so wichtig ist. So viele Tränen werden täglich vergossen. In “So Many Tears” bringt Aldubb bringt Nuwella Loves Gesang, auf einen dezenten elektronischen Dub Riddim ohne das man vor Schmerz das Gesicht verziehen muss, wie manche Dubstep Songs mit übertriebenen und dazu schlecht gesetzten Effekten einem das aufnötigen. Wem “So Many Tears” zu lasch ist und schwerere Kost für sein Hörorgan benötigt, der sollte sich auf voller Lautstärke “Levada” anhören. Die verzerrten Instrumente schreddern herrlich wild über die Härchen im Gehöhrgang, dass man gar nicht genug davon bekommen kann. “History” verwöhnt das Ohr mit wunderschönen Klängen aus dem Bereich der Holzblasinstrumente. Das ist das einzige Interessante an diesem Song. Im Gesamtkonzept des Albums geht er eher ein bisschen unter. Mit “One with life” kommt ein treibender Tune im UK Stepper Style Gewand daher. Caster schmettert seine Lyrics wie ein Presslufthammer über diesen Dub. Dieser Dub Tune geht nahtlos in die “Prophecy” von Jah Seal über. Jah Seal schlüpft in die Rolle des Propheten und bringt seine Botschaft überzeugend rüber. Wer Lust hat, Steel Drums in einem Dub zu hören, der sollte sich Song “Roll With You Dub” nicht entgehen lassen. Der Fokus liegt hier definitiv auf Offbeat, während Steeldrums und verzerrte Bläser um die Wette kämpfen. Karibikfeeling pur. Der Gesang von Jah Seal nimmt bei diesen Stück eher eine untergeordnete Rolle ein. Die beiden Tunes “Tommy” und “Oxymorons” mit Ras Perez schlagen wieder ruhigere traditionelle Töne an, während “Spiritual Warrior” mit Jah Seal wieder etwas Fahrt aufnimmt. Wem eher nach Entspannung ist, sollte sich “Four Under The Floor” nicht unbedingt antun. Das Ubootpiepen aus der Tiefsee paart sich mit einem schretternden Bass und orientalischen Klängen, die an einen Atari oder so etwas in der Richtung erinnern. Wem jedoch nach elektronischem Dub ist und mal was anderes als den immer gleichen blubbernden Dubstep Bass, der sich in jedem dritten Dubstep Tune findet, wird von der Genialität und Einzigartigkeit dieses Songs begeistert sein. “Dubnium” findet sich wird keinem chemischen Periodensystem wieder, doch diesen Stoff gibt es, wie dieser Song eindrucksvoll beweist. “Juchuuuu… ein Dub Album ohne Ganjaverherrlichung oder Legalisierungsansprüche desselben!” Wer kurz vor Ende des Albums schon in solche Begeisterungsstürme ausgebrochen ist, der wird von dem Song “Free Sensimilla Now!!“ mit Al Capone JJ eines besseren belehrt. Der elektronisch geladene Bass verpasst dem Hörer seine volle Ladung Aggressivität, während die Bläsereinlagen zur Entspannung einladen bis die nächste Basswelle über einem zusammenbricht.
Fazit
“Let There Be Dub” enthält sehr hochwertig produzierten Dub mit einer ordentlichen Portion Bass für das Trommelfell. Das Album ist abwechslungsreich, hochwertig in seiner Produktion und für jeden Dubhead ist was dabei – egal ob Dubstep, elektronischer oder traditioneller Dub. Zusätzliche Abwechslung und musikalische Tiefe wird mit den einzelnen Vocalparts geschaffen. Aldubb ist es wirklich ausgesprochen gut gelungen, 77min reinstes Dubdynamit auf einer Silberscheibe zu verewigen. Kurzum ein Meisterwerk!
“Let There Be Dub” ist bereits im Januar 2010 auf One Drop erschienen.
Mehr Info





